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Situation heute
Nach zahlreichen, zum Teil völlig gegensätzlichen politischen Forderungen zur Modernisierung der allgemeinen Wehr- und Schutzdienstpflicht setzte der Bundesrat 1992 eine "Studienkommission Allgemeine Dienstpflicht (SKAD)" ein. Aufgabe der Kommission war es zu prüfen, ob die bis heute bestehende allgemeine Wehr- und Schutzdienstpflicht durch eine allgemeine Dienstpflicht sinnvoll abgelöst werden könnte.

Nach vierjähriger Arbeit legte die SKAD-Kommission 1996 ihren Schlussbericht vor. Doch statt die Ergebnisse der SKAD-Kommission konstruktiv zu bewerten und alternative Modelle zu entwickeln, wurde die politische Debatte zur allgemeinen Dienstpflicht in die berühmte Schublade gelegt und bis heute nicht mehr herausgenommen. Und dies, obwohl in weiten Teilen Europas die traditionelle Wehrpflicht in den letzten Jahren zugunsten alternativer Modelle angepasst wurde. So haben beispielsweise Frankreich, gefolgt von zwei weiteren Nato-Ländern, Belgien und Holland, zu Beginn der 90er Jahre die allgemeine Wehrpflicht aufgehoben. Auch Spanien und Portugal sind dabei, eine grundlegende Reform der traditionellen Wehrpflicht einzuleiten.

In der Schweiz aber fehlte bis anhin der politische Wille, um innovative Alternativen zur zunehmend ausgehöhlten Wehr-und Schutzdienstpflicht zu erarbeiten. Insbesondere wurde versäumt, bei einer Analyse der allgemeinen Dienstpflicht auch moderne "Life-cycle-Modelle" zu berücksichtigen. Die Schweiz begnügt sich trotz zahlreicher parlamentarischer Vorstösse und sporadischen Medienberichten mit dem status quo der SKAD-Analyse. Oder anders gesagt, wir stehen in der Debatte um die allgemeine Dienstpflicht immer noch im Jahre 1992!